Sicherheitsreport für Reisende 2026: Die Weltlage reist mit

Krieg, politische Unruhen, bewaffnete Konflikte: Die aktuelle geopolitische Lage ist für viele Reisende zum konkreten Planungsfaktor geworden. Sicherheit bleibt für Reisende in Deutschland ein zentrales Kriterium: knapp 93 % der Befragten, die mindestens einmal pro Jahr verreisen, geben im „Sicherheitsreport für Reisende 2026“ der ERGO Reiseversicherung (ERV) an, dass die Sicherheitslage im Reiseland für ihre Urlaubsplanung sehr wichtig oder wichtig ist. Bereits im vergangenen Jahr hatte die ERGO Reiseversicherung den Report erstmals als Stimmungsbarometer erhoben. Die zweite Welle zeigt nun: Die Bedeutung von Sicherheit bleibt stabil hoch, doch die Sorgen der Reisenden verschieben sich deutlich. Die Ergebnisse basieren auf zwei repräsentativen Online-Befragungen des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der ERGO Reiseversicherung mit insgesamt 2.470 Befragten in den Jahren 2025 und 2026.

Wenn Geopolitik zum Reisefaktor wird

Erstmals abgefragt wurde in diesem Jahr die Sorge vor Krieg, politischen Unruhen oder bewaffneten Konflikten. 38 % der Befragten nennen diesen Punkt als eines der Risiken, die ihnen auf Reisen am meisten Sorge bereiten. Damit zählt die neue Antwortoption auf Anhieb zu den meistgenannten Reisesorgen und liegt nahezu gleichauf mit Kriminalität, die 2026 von 40 % der Befragten genannt wird. Klassische Einzelrisiken wie Terroranschläge rücken im Vergleich zum Vorjahr dagegen mehr in den Hintergrund: Der Anteil der Befragten, die Terroranschläge nennen, sinkt von 37 auf 25 %.

„Reisen ist für viele Menschen weiterhin ein Stück Freiheit. Gleichzeitig zeigt unser Sicherheitsreport für Reisende 2026 sehr deutlich: Die Weltlage reist mit. Viele Menschen beobachten aktuelle Entwicklungen genau und beziehen sie in ihre Reiseentscheidungen ein“, sagt Bettina Konzack, Reiseexpertin der ERGO Reiseversicherung.

Unsicherheit beeinflusst konkrete Reiseplanung

Wie konkret sich geopolitische Unsicherheit auf die Reiseplanung auswirkt, zeigt der Sicherheitsreport für Reisende 2026 deutlich: 41 % der Befragten fühlen sich durch aktuelle geopolitische Entwicklungen beim Reisen unsicherer. Von ihnen geben 66 % an, dass dieses veränderte Sicherheitsempfinden ihre Reiseplanung für die kommenden zwölf Monate beeinflussen wird.

Auch darüber hinaus zeigt sich, wie eng Reisesicherheit und konkrete Entscheidungen miteinander verbunden sind: 63 % der Befragten vermeiden bestimmte Reiseziele beziehungsweise wählen gezielt Länder mit als sicher eingestufter Lage. 39 % würden eine Reise abbrechen, wenn sich die Sicherheitslage vor Ort verschlechtert. 35 % achten verstärkt auf Sicherheitshinweise, etwa vom Auswärtigen Amt.

Damit wird Sicherheit vom abstrakten Bedürfnis zum konkreten Planungsfaktor. Reisende fragen sich nicht nur, wohin sie fahren möchten, sondern auch, wie einschätzbar die Lage vor Ort ist, welche Informationen sie vorab benötigen und welche Absicherung im Ernstfall greifen kann.

Deutschland gewinnt als Reiseziel

Auch bei den bevorzugten Reisezielen zeigen sich Veränderungen. Deutschland wird 2026 deutlich häufiger als Ziel für längere Reisen genannt als im Vorjahr. Der Anteil steigt von 22 auf 30 %. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, die weltweite Ziele für längere Reisen bevorzugen, von 21 auf 15 %. Europäische Ziele bleiben mit 51 % weiterhin die meistgenannte Option.

Die Zahlen zeigen eine klare Verschiebung bei den bevorzugten Reisezielen: Deutschland wird häufiger genannt, weltweite Ziele seltener. Im Kontext der übrigen Ergebnisse unterstreicht das: Sicherheit und Orientierung bleiben zentrale Faktoren bei Reiseentscheidungen.

Absicherung bei veränderter Sicherheitslage wird wichtiger

Der Sicherheitsreport für Reisende 2026 zeigt auch, welche Leistungen Reisenden bei einer Reiseversicherung besonders wichtig sind. An erster Stelle steht weiterhin der Rücktransport im Krankheitsfall, den 59 % der Befragten nennen. Dahinter folgen die medizinische Versorgung im Ausland mit 55 % und der Schutz vor Reiserücktrittskosten mit 47 %.

Gleichzeitig zeigt die Befragung, dass eine veränderte Sicherheitslage bei Reisenden stärker in den Fokus rückt: 32 % nennen 2026 einen möglichen Stornierungsschutz bei Sicherheitsbedenken wegen einer veränderten Risikolage als für sie wichtige Leistung, im Vorjahr waren es 27 %. Dabei handelt es sich um eine Abfrage der Wünsche und Erwartungen der Reisenden an eine Reiseversicherung, nicht um eine Aussage zum bestehenden Versicherungsschutz.

„Viele Reisende denken Sicherheit heute stärker in Szenarien: Was passiert, wenn sich die Lage vor Ort verändert? Was passiert, wenn ich kurzfristig nicht reisen möchte? Und wer unterstützt mich, wenn ich unterwegs Hilfe brauche?“, sagt Konzack. „Gerade bei unsicheren Entwicklungen kann eine gute Vorbereitung helfen, informierter und gelassener zu entscheiden.“

Digitaler Schutz bleibt Potenzialthema

Digitale Services zur Unterstützung auf Reisen werden weiterhin nur selten aktiv genutzt. 2026 geben 2 % der Befragten an, solche Angebote bereits zu nutzen. Gleichzeitig finden 56 % digitale Schutzservices grundsätzlich interessant oder können sich vorstellen, diese künftig zu nutzen.

Damit bleibt digitale Unterstützung ein wichtiges Potenzialfeld. „Gerade wenn sich Sicherheitslagen kurzfristig verändern, brauchen Reisende verlässliche Informationen, schnelle Orientierung und unkomplizierte Hilfe“, sagt Konzack. „Unsere ERGO travel & care App setzt genau hier an: Sie bietet aktuelle Informationen zur Sicherheitslage, konkrete Handlungsempfehlungen im Ausland und medizinische Anlaufstellen am Urlaubsort. Im Notfall kann sie Reisende digital begleiten, etwa mit Echtzeit-Warnungen bei Naturkatastrophen oder bei der Suche nach ärztlicher Unterstützung.“

Sicherheit braucht Orientierung

Der „Sicherheitsreport für Reisende 2026“ der ERGO Reiseversicherung zeigt: Sicherheit bleibt ein zentrales Bedürfnis der Reisenden in Deutschland. Neu sichtbar wird vor allem, welche Rolle geopolitische Entwicklungen für das Sicherheitsempfinden vieler Reisender spielen. Krieg, politische Unruhen und bewaffnete Konflikte zählen direkt zu den meistgenannten Reisesorgen. Zugleich beeinflusst ein verändertes Sicherheitsempfinden bei vielen Menschen die konkrete Reiseplanung.

Mit dem jährlich fortgeführten Sicherheitsreport für Reisende will die ERGO Reiseversicherung sichtbar machen, wie sich Sicherheitsbedürfnisse, Risikowahrnehmung und Reiseverhalten entwickeln und welche Unterstützung Reisende vor und während ihrer Reise benötigen.

Über die Umfrage: Die Ergebnisse beruhen auf einer repräsentativen Online-Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der ERGO Reiseversicherung. Für den „Sicherheitsreport für Reisende 2026“ wurden insgesamt 1.240 Personen befragt, darunter 1.003 Menschen, die mindestens einmal pro Jahr verreisen. Der Sicherheitsreport für Reisende wurde 2025 erstmals erhoben und 2026 als zweite Welle fortgeführt. Zwei Fragen wurden 2026 neu ergänzt. Zudem wurde bei der Frage nach spezifischen Reiserisiken die Antwortoption „Krieg, politische Unruhen oder bewaffnete Konflikte“ ergänzt.