Gelbfieber-Impfung auf Reisen: Wann sie nötig ist und was bei der Einreise gilt

Gelbfieber ist eine von Stechmücken übertragene schwere Viruserkrankung, die in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas und Südamerikas auftritt. Jährlich erkranken 200.000 Menschen weltweit, schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Wann eine Impfung gegen Gelbfieber sinnvoll ist und was für die Einreise in viele Reiseländer zu beachten ist!

In diesem Artikel erfährst du wann eine Gelbfieber-Impfung für Reisen empfohlen oder vorgeschrieben ist, welche Rolle Transitaufenthalte spielen, ab wann der Impfnachweis gültig ist, wie lange die Gelbfieber-Impfung gilt und was du tun kannst, wenn du aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kannst.

  1. Wann brauche ich eine Gelbfieber-Impfung?
  2. Welche Länder verlangen eine Gelbfieber-Impfung bei der Einreise?
  3. Gelbfieber-Impfung bei Transit und Zwischenstopp
  4. Wann muss die Gelbfieber-Impfung vor der Reise erfolgen?
  5. Wer sollte nicht oder nur nach ärztlicher Abwägung geimpft werden?
  6. Was tun, wenn eine Gelbfieber-Impfung nicht möglich ist?
  7. Wie lange ist die Gelbfieber-Impfung gültig?
  8. Wie erkenne ich Gelbfieber?
  9. Wie kann ich mich zusätzlich vor Gelbfieber schützen?

Wann brauche ich eine Gelbfieber-Impfung?

Gelbfieber ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, die vor allem in tropischen Regionen Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas vorkommt. Eine Impfung kann aus zwei unterschiedlichen Gründen notwendig sein:

  1. Zum Schutz deiner Gesundheit: Für Reisen in Gebiete mit Gelbfieberrisiko kann eine Impfung medizinisch empfohlen sein.
  2. Als Einreisevoraussetzung: Einige Staaten verlangen einen gültigen Gelbfieber-Impfnachweis – insbesondere dann, wenn du aus einem Land mit Gelbfieberrisiko einreist oder dich dort zuvor aufgehalten hast.

Ob du für deine konkrete Reise eine Gelbfieber-Impfung benötigst, hängt deshalb von Reiseziel, Reiseroute, Aufenthaltsdauer und teilweise auch vom Alter ab.

Lass dich möglichst frühzeitig vor der Reise von einer autorisierten Gelbfieber-Impfstelle oder reisemedizinisch beraten.

Welche Länder verlangen eine Gelbfieber-Impfung bei der Einreise?

Die Einreisebestimmungen unterscheiden sich von Land zu Land. Einige Länder verlangen einen Impfnachweis für alle einreisenden Personen ab einem bestimmten Alter. Andere fordern ihn nur, wenn du aus einem Land mit Gelbfieberrisiko einreist.

Das bedeutet: Auch für ein Land, in dem selbst kein Gelbfieber vorkommt, kann eine Gelbfieber-Impfung vorgeschrieben sein.

Entscheidend ist außerdem nicht immer nur das letzte Abreiseland. Je nach Einreisebestimmungen können vorherige Aufenthalte oder Transitstopps in Gelbfiebergebieten berücksichtigt werden.

Da sich Einreise- und Gesundheitsbestimmungen ändern können, solltest du die aktuellen Vorgaben für dein Reiseziel kurz vor der Abreise noch einmal überprüfen.

Gelbfieber-Impfung bei Transit und Zwischenstopp

Auch ein Zwischenstopp auf dem Weg zum eigentlichen Reiseziel kann relevant sein. Manche Länder verlangen einen Gelbfieber-Impfnachweis, wenn du zuvor durch ein Land mit Gelbfieberrisiko gereist bist.

Dabei gelten je nach Reiseland unterschiedliche Regeln. Häufig spielt die Dauer des Transitaufenthalts eine Rolle. So kann beispielsweise ein Aufenthalt von mehr als zwölf Stunden an einem Flughafen in einem Gelbfiebergebiet dazu führen, dass am endgültigen Reiseziel ein Impfnachweis verlangt wird.

Prüfe deshalb bei einer Reise mit Umstieg nicht nur die Einreisebestimmungen deines Ziellandes, sondern auch die Vorgaben für deine gesamte Flugroute.

Wann muss die Gelbfieber-Impfung vor der Reise erfolgen?

Wenn du erstmals gegen Gelbfieber geimpft wirst, solltest du genügend Zeit vor der Abreise einplanen.

Der internationale Gelbfieber-Impfnachweis wird zehn Tage nach der Impfung gültig. Erfolgt die Impfung zu kurzfristig vor der Einreise, kann der Nachweis daher noch nicht anerkannt werden.

Die Impfung wird im Internationalen Impf- oder Prophylaxeausweis dokumentiert. Für Reisen in Länder mit entsprechender Einreisevorschrift solltest du diesen Nachweis im Original mitführen.

Wer sollte nicht oder nur nach ärztlicher Abwägung geimpft werden?

Bei der Gelbfieber-Impfung handelt es sich um einen Lebendimpfstoff. Deshalb ist sie nicht für jeden Menschen gleichermaßen geeignet.

Nicht oder nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung geimpft werden sollten beispielsweise:

  • sehr junge Kinder
  • Menschen mit bestimmten Erkrankungen oder einer ausgeprägten Immunschwäche
  • Personen, die immunsuppressive Medikamente einnehmen
  • Personen ab 60 Jahren
  • Schwangere
  • Stillende

Ob eine Gelbfieber-Impfung möglich und sinnvoll ist, sollte immer individuell durch eine Ärztin oder einen Arzt beziehungsweise eine autorisierte Gelbfieber-Impfstelle beurteilt werden.

Was tun, wenn eine Gelbfieber-Impfung nicht möglich ist?

Kannst du aus medizinischen Gründen nicht gegen Gelbfieber geimpft werden, kann dir eine Ärztin oder ein Arzt gegebenenfalls eine entsprechende **Impfbefreiung („Medical Waiver“) ** bescheinigen.

Wichtig: Eine solche Bescheinigung wird nicht automatisch von jedem Reiseland akzeptiert. Informiere dich deshalb unbedingt vor der Buchung beziehungsweise vor Reiseantritt, ob das Zielland die medizinische Befreiung anerkennt und welche Nachweise erforderlich sind.

Besteht am Reiseziel selbst ein relevantes Gelbfieberrisiko, solltest du gemeinsam mit einer reisemedizinischen Fachperson sorgfältig abwägen, ob die Reise ohne Impfschutz vertretbar ist.

Wie lange ist die Gelbfieber-Impfung gültig?

Für den internationalen Reiseverkehr gilt: Eine einmalige Gelbfieber-Impfung und der dazugehörige internationale Impfnachweis sind grundsätzlich lebenslang gültig.

Seit Juli 2016 sehen die Internationalen Gesundheitsvorschriften der WHO vor, dass ein gültiges Gelbfieber-Impfzertifikat nicht nach zehn Jahren abläuft. Für die Einreise darf daher keine Auffrischimpfung allein deshalb verlangt werden, weil die ursprüngliche Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt.

Davon zu unterscheiden ist die medizinische Empfehlung für den individuellen Impfschutz. Abhängig von persönlichem Risiko, Reiseziel und Impfgeschichte kann eine erneute Impfung sinnvoll sein. Lass dich dazu vor Reisen in Gelbfiebergebiete individuell reisemedizinisch beraten.

Wie erkenne ich Gelbfieber?

Nach einer Ansteckung treten die ersten Beschwerden typischerweise nach einigen Tagen auf. Mögliche Symptome sind: Fieber, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen.

Bei vielen Erkrankten bessern sich die Beschwerden wieder. Ein Teil entwickelt jedoch einen schweren Verlauf. Dabei können unter anderem Gelbsucht, Blutungen sowie Leber- und Nierenschäden auftreten. Schweres Gelbfieber kann lebensbedrohlich sein.

Wie kann ich mich zusätzlich vor Gelbfieber schützen?

Auch mit Impfschutz solltest du in Gelbfiebergebieten Mückenstiche möglichst vermeiden. Die übertragenden Mücken können insbesondere tagsüber und am frühen Abend aktiv sein.

Verwende deshalb ein geeignetes Mückenschutzmittel, trage möglichst lange, helle Kleidung und nutze – abhängig von Unterkunft und Reiseziel – Moskitonetze sowie Fliegengitter oder klimatisierte Räume.

Ein konsequenter Mückenschutz schützt außerdem vor weiteren durch Mücken übertragenen Erkrankungen wie Dengue- oder Chikungunyafieber.