Krank in den USA oder Kanada: Arztkosten, Krankenversicherung und Hilfe im Notfall

Eine Erkrankung oder ein Unfall auf Reisen kann in den USA und Kanada schnell teuer werden. Besonders in den USA können bereits Untersuchungen in einer Notfallambulanz hohe Kosten verursachen, bei einem Krankenhausaufenthalt können die Rechnungen noch deutlich höher ausfallen. Die gesetzliche Krankenversicherung aus Deutschland übernimmt Behandlungskosten dort in der Regel nicht. Eine Auslandskrankenversicherung ist deshalb für Reisen in die USA und nach Kanada besonders wichtig.

In diesem Artikel erfährst du warum Arzt- und Krankenhauskosten vor allem in den USA so hoch sein können, welche Kosten bei einer medizinischen Behandlung auf dich zukommen können, warum deine gesetzliche Krankenversicherung in den USA und Kanada in der Regel nicht zahlt und was du tun solltest, wenn du während deiner Reise medizinische Hilfe benötigst.

  1. Was kostet ein Arztbesuch in den USA oder Kanada?
  2. Warum sind medizinische Behandlungen in den USA so teuer?
  3. Zahlt die deutsche Krankenversicherung in den USA und Kanada?
  4. Krank in den USA oder Kanada: Was ist jetzt zu tun?
  5. Warum eine Auslandskrankenversicherung besonders wichtig ist

1. Was kostet ein Arztbesuch in den USA oder Kanada?

Vor allem in den USA können medizinische Behandlungen für Reisende erheblich teurer sein als in Deutschland. Einen einheitlichen Preis für einen Arztbesuch gibt es jedoch nicht. Die Kosten hängen unter anderem von der Art der Behandlung, der medizinischen Einrichtung und den notwendigen Untersuchungen ab.

Schon eine ambulante Untersuchung kann mehrere hundert US-Dollar kosten. Kommen Laboruntersuchungen, bildgebende Verfahren oder Medikamente hinzu, steigt die Rechnung schnell. Besonders teuer kann eine Behandlung in der Notaufnahme eines Krankenhauses werden.

Noch höhere Kosten können entstehen, wenn du stationär aufgenommen, operiert oder intensivmedizinisch behandelt werden musst.

Auch in Kanada können Reisende hohe Rechnungen erhalten

Kanada verfügt zwar über ein öffentlich finanziertes Gesundheitssystem. Dieses schützt ausländische Urlauber jedoch nicht automatisch vor Behandlungskosten. Reisende ohne entsprechenden Versicherungsschutz müssen medizinische Leistungen grundsätzlich selbst bezahlen.

2. Warum sind medizinische Behandlungen in den USA so teuer?

Das Gesundheitssystem der USA unterscheidet sich grundlegend vom deutschen System. Für viele medizinische Leistungen gibt es keine mit Deutschland vergleichbare einheitliche Gebührenstruktur. Welche Beträge berechnet werden, hängt unter anderem vom Krankenhaus, vom behandelnden Arzt, von der Region und vom Versicherungsstatus ab.

Hinzu kommen hohe Kosten für Personal, medizinische Infrastruktur, Medikamente, Verwaltung und Versicherungen. Auch Haftungsrisiken und entsprechende Berufshaftpflichtversicherungen können zu den Kosten des amerikanischen Gesundheitssystems beitragen.

Für Reisende ist vor allem entscheidend: Die endgültige Rechnung lässt sich vor einer Behandlung häufig nur schwer abschätzen.

Besonders teuer können sein:

  • Behandlungen in einer Emergency Room (Notaufnahme)
  • stationäre Krankenhausaufenthalte
  • Operationen
  • intensivmedizinische Behandlungen
  • umfangreiche Diagnostik wie CT oder MRT
  • medizinisch notwendige Krankenrücktransporte nach Deutschland

Deshalb solltest du bei einer größeren Behandlung oder einem Krankenhausaufenthalt nicht versuchen, die Organisation und Kostenklärung allein zu übernehmen.

3. Zahlt die deutsche Krankenversicherung in den USA und Kanada?

USA

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt medizinische Behandlungskosten während einer Urlaubsreise in die USA grundsätzlich nicht. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt dort ebenfalls nicht.

Ohne private Auslandskrankenversicherung musst du die Kosten einer medizinisch notwendigen Behandlung daher unter Umständen vollständig selbst tragen.

Kanada

Auch in Kanada solltest du dich nicht auf deine deutsche gesetzliche Krankenversicherung verlassen. Eine Auslandskrankenversicherung ist deshalb auch hier dringend zu empfehlen.

Besonders wichtig: Ein medizinisch notwendiger oder medizinisch sinnvoller Krankenrücktransport nach Deutschland gehört grundsätzlich nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung.

4. Krank in den USA oder Kanada: Was ist jetzt zu tun?

Du wirst im Urlaub krank, verletzt dich oder benötigst einen Arzt? Dann hilft ein klarer Ablauf:

  1. Bei Lebensgefahr: Wähle zuerst den örtlichen Notruf. Sobald die akute Versorgung sichergestellt ist, solltest du beziehungsweise eine mitreisende Person die Notrufzentrale deiner Auslandskrankenversicherung kontaktieren.
  2. Wenn es kein lebensbedrohlicher Notfall ist: Kontaktiere möglichst vor der medizinischen Behandlung die Notrufzentrale deiner Auslandskrankenversicherung. Sie kann dir beispielsweise dabei helfen, eine geeignete medizinische Einrichtung zu finden und das weitere Vorgehen abzustimmen.
  3. Bei einem Krankenhausaufenthalt: Informiere die Notrufzentrale so früh wie möglich. Bei Versicherten der ERGO Reiseversicherung kann sie die Abstimmung mit dem Krankenhaus übernehmen und bei versicherten Leistungen eine Kostenübernahme organisieren.
    Das ist gerade in den USA wichtig, weil Krankenhäuser andernfalls beispielsweise eine Kreditkarte oder andere Zahlungsnachweise verlangen können.
  4. Rechnungen und Unterlagen aufbewahren: Lass dir Rechnungen, Arztberichte, Rezepte und Zahlungsbelege aushändigen und bewahre sie für die spätere Kostenerstattung auf.

5. Warum eine Auslandskrankenversicherung für USA und Kanada besonders wichtig ist

Eine Auslandskrankenversicherung gehört bei Reisen nach Nordamerika zu den wichtigsten Reisevorbereitungen. Denn hohe Arzt- und Krankenhauskosten können die Reisekasse schnell überfordern.

Eine gute Auslandskrankenversicherung übernimmt im Rahmen der Versicherungsbedingungen medizinisch notwendige Behandlungskosten und bietet zusätzlich Unterstützung, wenn während der Reise ein medizinischer Notfall eintritt.

Bei der ERGO Reiseversicherung steht dir dafür die 24-Stunden-Notrufzentrale zur Verfügung. Sie unterstützt unter anderem bei der Suche nach geeigneten Ärzten oder Krankenhäusern, bei der Organisation einer Behandlung, bei Sprachproblemen und – wenn erforderlich und versichert – bei der Organisation eines Krankenrücktransports.

Unser Tipp: Speichere die Kontaktdaten deiner Auslandskrankenversicherung bereits vor der Reise in der Wallet auf deinem Smartphone und nimm deine Versicherungsdaten mit. So hast du im Krankheitsfall alle wichtigen Informationen sofort griffbereit.

Auslandskrankenversicherung für USA und Kanada

Ein Arztbesuch, eine Behandlung im Krankenhaus oder ein Krankenrücktransport kann in Nordamerika hohe Kosten verursachen. Mit einer Auslandskrankenversicherung schützt du dich vor den finanziellen Folgen versicherter medizinischer Notfälle und erhältst im Ernstfall Unterstützung durch die Notrufzentrale.