Sonnenschutz im Urlaub: So schützt du deine Haut richtig

Ob Strandurlaub, Städtetrip oder Wandern in den Bergen: Im Urlaub ist die UV-Belastung häufig höher als zu Hause. Mit Schatten, schützender Kleidung, Sonnenbrille und ausreichend Sonnencreme kannst du Sonnenbrand und langfristigen Hautschäden vorbeugen. Hier erfährst du, welcher Lichtschutzfaktor sinnvoll ist, wie du Sonnencreme richtig verwendest und was bei Sonnenbrand hilft.

Sonnenschutz im Urlaub: Was schützt am besten?

Am Meer, in den Bergen und in sonnenreichen Reiseländern kann die UV-Strahlung besonders intensiv sein. Ein wirksamer Sonnenschutz besteht deshalb aus mehreren Maßnahmen: Meide möglichst die intensive Mittagssonne, halte dich im Schatten auf und schütze deine Haut mit Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnencreme.

Eine Sonnenbrille mit UV-Schutz schützt zusätzlich die Augen. Besonders in den Bergen, am Meer und auf Schnee ist sie wichtig.

Gut zu wissen: Auch bei bewölktem Himmel kann UV-Strahlung die Haut erreichen. Ob und wie viel Sonnenschutz notwendig ist, zeigt dir der aktuelle UV-Index.

UV-Index: Wann ist Sonnenschutz notwendig?

Der UV-Index (UVI) gibt an, wie stark die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung an einem bestimmten Ort ist. Je höher der Wert, desto schneller kann ungeschützte Haut geschädigt werden.

Bereits ab einem UV-Index von 3 sind Schutzmaßnahmen sinnvoll. Dazu gehören Schatten, geeignete Kleidung, Sonnenbrille und Sonnencreme. Bei hohen und sehr hohen UV-Werten solltest du die intensive Mittagssonne möglichst meiden.

Gerade auf Reisen lohnt sich ein Blick auf den UV-Index am Urlaubsort: Die UV-Belastung kann dort deutlich höher sein als zu Hause.

Welcher Lichtschutzfaktor ist im Urlaub sinnvoll?

Für einen zuverlässigen Sonnenschutz empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz grundsätzlich mindestens Lichtschutzfaktor 30. Bei besonders hoher UV-Belastung – beispielsweise am Meer, im Wasser, im Hochgebirge, auf Schnee oder in sonnenreichen Reiseländern – ist ein sehr hoher Lichtschutzfaktor von 50 oder 50+ sinnvoll.

Der Lichtschutzfaktor sollte daher nicht allein nach dem Hauttyp gewählt werden. Entscheidend sind auch der UV-Index, der Aufenthaltsort, die Tageszeit und die Dauer des Aufenthalts im Freien.

Achte außerdem darauf, dass das Sonnenschutzmittel sowohl vor UV-A- als auch vor UV-B-Strahlung schützt.

Sonnencreme richtig anwenden: Wie oft solltest du nachcremen?

Damit Sonnencreme den angegebenen Schutz erreicht, muss sie großzügig und gleichmäßig auf alle unbedeckten Hautstellen aufgetragen werden. Häufig vergessen werden Ohren, Nacken, Fußrücken, Schultern und Lippen.

Nach dem Baden, starkem Schwitzen oder Abtrocknen solltest du den Sonnenschutz erneuern – auch wenn das Produkt als wasserfest bezeichnet wird.

Wichtig: Nachcremen erhält den Sonnenschutz, verlängert aber nicht die maximale Schutzzeit.

Neben Sonnencreme bleiben Schatten und Kleidung die wichtigsten Bestandteile eines guten UV-Schutzes.

Sonnenschutz für Babys und Kinder

Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf UV-Strahlung und muss deshalb konsequent geschützt werden. Babys sollten keiner direkten Sonne ausgesetzt werden. Schatten und schützende Kleidung haben Vorrang.

Für Kinder gilt:

  1. möglichst im Schatten bleiben und intensive Mittagssonne meiden
  2. leichte, möglichst körperbedeckende Kleidung und Sonnenhut tragen
  3. Augen mit einer geeigneten Sonnenbrille schützen
  4. unbedeckte Hautstellen mit kindgerechtem Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 eincremen
  5. nach dem Baden und Abtrocknen erneut eincremen

Ein hoher Lichtschutzfaktor bedeutet auch bei Kindern nicht, dass sie länger in der Sonne bleiben sollten.

Wie umweltverträglich sind Sonnenschutzmittel?

Beim Baden können UV-Filter aus Sonnenschutzmitteln ins Wasser gelangen. Einige dieser Stoffe werden deshalb auf mögliche Auswirkungen auf Gewässer und Meeresorganismen untersucht.

Die Aussage, mineralische Sonnenschutzmittel seien grundsätzlich „natürlich“, gesundheitlich besser oder automatisch umweltfreundlicher, greift jedoch zu kurz. Sowohl organisch-chemische als auch mineralische UV-Filter müssen in der EU gesundheitlich bewertet sein.

Wenn du die Umweltbelastung reduzieren möchtest, kannst du vor allem auf textilen Sonnenschutz setzen. UV-Schutzkleidung, T-Shirt oder Rashguard verringern die Hautfläche, die eingecremt werden muss. Beachte außerdem lokale Vorschriften für Sonnenschutzmittel – insbesondere in empfindlichen Meeres- und Naturschutzgebieten.

Wichtig: Aus Sorge um die Umwelt solltest du nicht auf notwendigen UV-Schutz verzichten. UV-Strahlung kann die Haut dauerhaft schädigen.

Was tun bei Sonnenbrand im Urlaub?

Ein Sonnenbrand ist eine akute Schädigung der Haut durch zu viel UV-Strahlung. Ist die Haut gerötet, heiß oder schmerzhaft, solltest du sofort aus der Sonne gehen und weitere UV-Strahlung vermeiden.

Kühle die betroffenen Hautstellen vorsichtig mit feuchten Umschlägen oder geeigneten kühlenden Lotionen. Außerdem solltest du ausreichend trinken und die Haut in den folgenden Tagen konsequent vor weiterer Sonne schützen.

Auf Hausmittel wie Quark oder Joghurt würde ich verzichten: Sie bringen gegenüber einer schonenden Kühlung keinen entscheidenden Vorteil und sind insbesondere bei stärker geschädigter Haut nicht empfehlenswert.

Wann solltest du mit Sonnenbrand zum Arzt?

Medizinische Hilfe ist insbesondere sinnvoll, wenn sich Blasen bilden, größere Hautflächen betroffen sind oder starke Schmerzen, Fieber, Übelkeit, Schwindel oder Kreislaufprobleme auftreten. Bei Babys und kleinen Kindern sollte ein stärkerer Sonnenbrand grundsätzlich besonders ernst genommen werden.

Wann solltest du mit Sonnenbrand zum Arzt?

Bei einem stärkeren Sonnenbrand oder zusätzlichen Beschwerden kann eine ärztliche Untersuchung notwendig sein. Mit einer Auslandskrankenversicherung der ERGO Reiseversicherung kannst du bei medizinischen Problemen im Ausland die Notrufzentrale kontaktieren. Sie unterstützt dich bei Bedarf beispielsweise bei der Suche nach geeigneter medizinischer Hilfe.

Sonnenallergie im Urlaub: Was steckt dahinter?

Wenn die Haut nach intensiver Sonneneinstrahlung juckt und sich Rötungen, kleine Bläschen oder Knötchen bilden, kann eine sogenannte polymorphe Lichtdermatose dahinterstecken, die umgangssprachlich häufig als Sonnenallergie bezeichnet wird.

Auch die sogenannte Mallorca-Akne kann nach intensiver Sonnenexposition auftreten. Bei wiederkehrenden oder starken Hautreaktionen solltest du medizinischen Rat einholen.

Sonnenschutz im Winter und in den Bergen

Sonnenschutz ist nicht nur im Sommer wichtig. In den Bergen steigt die UV-Belastung mit zunehmender Höhe. Schnee kann UV-Strahlung zusätzlich reflektieren.

Beim Skifahren, Winterwandern oder Aufenthalt im Hochgebirge solltest du deshalb auch Gesicht und Lippen schützen. Bei hoher UV-Belastung empfiehlt sich LSF 50 oder 50+. Eine Sonnen- oder Skibrille mit zuverlässigem UV-Schutz schützt die Augen.

Für kalte und windige Bedingungen gibt es außerdem Sonnenschutzprodukte mit einem höheren Fettanteil, die die Haut zusätzlich vor Kälte und Austrocknung schützen können.

Und was ist mit Vitamin D?

UV-B-Strahlung ermöglicht dem Körper, Vitamin D in der Haut zu bilden. Dafür ist jedoch kein ausgiebiges oder gezieltes ungeschütztes Sonnenbad notwendig. Ein Sonnenbrand sollte grundsätzlich vermieden werden.

Die bisherige Empfehlung, die Haut im Winter etwa eine halbe Stunde ungeschützt zu sonnen, würde ich daher streichen. Bei einem vermuteten oder diagnostizierten Vitamin-D-Mangel solltest du dich ärztlich beraten lassen.

Stimmt es, dass man am Toten Meer keinen Sonnenbrand bekommt?

Nein. Auch am Toten Meer kannst du einen Sonnenbrand bekommen.

Durch die Lage rund 400 Meter unter dem Meeresspiegel legt die Sonnenstrahlung zwar einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurück. Das bedeutet jedoch nicht, dass keine schädliche UV-Strahlung die Haut erreicht.

Wer sich dort längere Zeit ungeschützt in der Sonne aufhält, kann deshalb ebenfalls einen Sonnenbrand bekommen. Sonnencreme, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Schatten gehören auch am Toten Meer zum Sonnenschutz.