Eine Lebensmittelvergiftung kann plötzlich auftreten – häufig auch auf Reisen. Typische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall sind meist harmlos, können aber insbesondere im Ausland schnell zum medizinischen Notfall werden. Hier erfahren Sie, wie Sie eine Lebensmittelvergiftung erkennen, was Sie im Ernstfall tun sollten und wann ärztliche Hilfe notwendig ist.
Eine Lebensmittelvergiftung ist eine Erkrankung, die durch den Verzehr von verunreinigten Lebensmitteln ausgelöst wird. Ursache können Krankheitserreger wie Bakterien oder deren Gifte sein, die entweder bereits im Lebensmittel enthalten sind oder sich im Magen-Darm-Trakt vermehren. Medizinisch wird zwischen einer Lebensmittelinfektion und einer Lebensmittelvergiftung unterschieden, da sich beide jedoch ähnlich äußern, werden sie häufig gleich bezeichnet.
In den meisten Fällen klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen von selbst ab, bei schweren Verläufen ist eine ärztliche Behandlung notwendig.
| Bakterielle Erreger | Vorkommen |
|---|---|
| Salmonellen | in rohem oder unzureichend gegartem Fleisch, Geflügel, Eiern, Milchprodukten |
| Escherichia coli (E. coli) | in rohem Rindfleisch, nicht pasteurisierter Milch, kontaminiertem Gemüse |
| Listerien | in Rohmilchprodukten, Weichkäse, geräuchertem Fisch, vorgeschnittenen Salaten |
| Campylobacter | am häufigsten in Geflügel, nicht pasteurisierter Milch, kontaminiertem Wasser |
| Clostridium perfringens | in schlecht gekühlten, aufgewärmten Speisen (Buffets, Eintöpfe) |
| Bacillus cereus | häufig in aufgewärmtem Reis oder Teigwaren |
| Toxine & chemische Stoffe | Vorkommen |
|---|---|
| Botulinumtoxin | in falsch konservierten Lebensmitteln (z. B. Hauskonserven) |
| Mykotoxine (z. B. Aflatoxine) | in verschimmelten Nüssen, Getreide, Trockenfrüchten |
| Pflanzengifte | z. B. Solanin in grünen Kartoffeln, Muskarin in giftigen Pilzen |
| Histamin (Scombroid-Vergiftung) | in verdorbenem Thunfisch, Makrele oder Sardinen |
| Schwermetalle/Pestizide | in nicht ausreichend gewaschenem oder belastetem Obst/Gemüse |
| Menschliche Fehler & Hygienemängel |
|---|
| Unsaubere Küchenutensilien |
| Nicht gewaschene Hände beim Kochen |
| Falsche Lagerung oder Kühlkette unterbrochen |
| Abgelaufene oder falsch aufgetaute Lebensmittel |
Die Tabelle zeigt die häufigsten Auslöser für eine Lebensmittelvergiftung
Die Beschwerden treten meist wenige Stunden nach dem Verzehr auf. Art und Stärke der Symptome hängen vom jeweiligen Erreger sowie vom Gesundheitszustand der betroffenen Person ab.
Typische Symptome sind:
- Übelkeit und Erbrechen
- Durchfall, teilweise wässrig oder blutig
- Bauchschmerzen und -krämpfe
- Fieber und Schüttelfrost
- Allgemeine Schwäche und Kreislaufprobleme
Die Symptome beginnen in der Regel innerhalb von zwei bis zwölf Stunden nach dem Verzehr der belasteten Lebensmittel. Je nach Erreger können Beschwerden jedoch auch erst nach mehreren Tagen auftreten.
In den meisten Fällen klingen die Symptome innerhalb von ein bis drei Tagen wieder ab.
Lebensmittelvergiftung, Magen-Darm-Infekt und Reisedurchfall verursachen ähnliche Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen, unterscheiden sich jedoch deutlich in Ursache und Verlauf.
Eine Lebensmittelvergiftung entsteht durch bakterielle Toxine in verdorbenen Lebensmitteln und setzt meist plötzlich wenige Stunden nach dem Verzehr ein. Ein Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis) wird durch Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen und ist hoch ansteckend. Reisedurchfall tritt häufig in Ländern mit anderen Hygienestandards auf und wird meist durch verunreinigtes Wasser oder ungewohnte Keime verursacht.
Die richtige Einordnung hilft, Symptome gezielt zu behandeln und Komplikationen zu vermeiden.
Merkmal
Lebensmittelvergiftung
Magen-Darm-Infekt
Reisedurchfall
Auslöser
bakterielle Gifte in Speisen
Viren, Bakterien oder Parasiten
ungewohnte Keime oder mangelnde Hygiene
Ansteckung
nein
hoch ansteckend, teilweise bereits während der Inkubationszeit (z.B. Noroviren)
oftmals ja durch Schmierinfektion
Inkubationszeit
je nach Erreger oft innerhalb weniger Stunden bzw. ein bis zwei Tage nach Verzehr
6 Std - 2 Tage (Noroviren)
1-3 Tage (Rotaviren)
2-10 Tage (EHEC)
meist innerhalb 4 Tage der Reise
Dauer
1-3 Tage
3-5 Tage
3-5 Tage
Die richtige Zuordnung der Beschwerden hilft bei der richtigen Behandlung und dem Vermeiden von Komplikationen
Erste Hilfe
- Bei einer Lebensmittelvergiftung ist es wichtig, den Körper zu entlasten und den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Empfehlenswert sind:
- Viel trinken, zum Beispiel Wasser, Tee oder Elektrolytlösungen
- Schonkost oder vorübergehende Nahrungspause
- Ausreichend Ruhe
- Auf Medikamente gegen Durchfall sollte zunächst verzichtet werden, da sie die Ausscheidung von Krankheitserregern verzögern können.
Wann sollte man zum Arzt?
In bestimmten Fällen ist ärztliche Hilfe dringend notwendig. Dazu zählen:
- Fieber über 38,5 Grad Celsius
- Blut im Stuhl
- Starke oder anhaltende Bauchschmerzen
- Anzeichen von Austrocknung wie Schwindel oder sehr wenig Urin
- Beschwerden, die länger als drei Tage anhalten
Im Ausland können hygienische Standards stark variieren. Um das Risiko zu minimieren, sollten Sie auf Leitungswasser und Eiswürfel verzichten sowie rohe oder halb rohe Speisen meiden. Auch ungeschältes Obst kann problematisch sein.
Bei jeder Auslandsreise ist eine Auslandskrankenversicherung besonders wichtig, um ärztliche Behandlungskosten im Ausland abzudecken.
So beugen Sie einer Lebensmittelvergiftung vor:
- Hände regelmäßig gründlich waschen
- Nur abgefülltes oder abgekochtes Wasser verwenden - auch zum Zähneputzen
- Lebensmittel ausreichend erhitzen
- Kühlkette konsequent einhalten
Fazit
Eine Lebensmittelvergiftung ist meist harmlos, kann jedoch – insbesondere auf Reisen – ernste Folgen haben. Wer Symptome frühzeitig erkennt, richtig reagiert und im Zweifel ärztliche Hilfe sucht, kann Komplikationen vermeiden.
Wichtig: Bei Babys, Kleinkindern, älteren oder immungeschwächten Menschen und Schwangeren sollte schon bei Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung ein Arzt konsultiert werden. Halten Beschwerden länger an, werden sehr stark oder kommen Fieber, blutiger Durchfall oder Lähmungserscheinungen hinzu, ist umgehend ärztliche Hilfe nötig.