Wann darf man nicht fliegen? 7 Fälle, in denen eine Flugreise nicht ratsam ist

Erkältung, Operation, Herzprobleme oder Schwangerschaft: Nicht jede Erkrankung bedeutet automatisch, dass du nicht fliegen darfst. In manchen Situationen kann der geringere Luftdruck und Sauerstoffgehalt in der Flugzeugkabine jedoch gesundheitliche Risiken erhöhen. Auch eine mögliche Ansteckungsgefahr oder das Risiko einer Thrombose können gegen eine Flugreise sprechen.

Wichtig: Ob du tatsächlich flugtauglich bist, lässt sich nicht allein anhand einer Diagnose beurteilen. Entscheidend sind unter anderem Schwere und Stabilität der Erkrankung, dein allgemeiner Gesundheitszustand und die geplante Flugstrecke. Kläre deine Flugtauglichkeit im Zweifel mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem Arzt und informiere dich über die Vorgaben deiner Fluggesellschaft.

1. Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Wann sollte man nicht fliegen?

Die Luft in einer Flugzeugkabine enthält nicht weniger Sauerstoff, allerdings ist der Luftdruck niedriger als am Boden. Dadurch sinkt der Sauerstoffpartialdruck und die Sauerstoffsättigung im Blut kann abnehmen. Für Menschen mit einer stabilen Herzerkrankung ist das Fliegen häufig trotzdem möglich. Bei akuten oder nicht ausreichend behandelten Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann die zusätzliche Belastung jedoch problematisch sein.

Nicht oder nur nach ausdrücklicher ärztlicher Freigabe fliegen solltest du beispielsweise bei:

  • einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt
  • instabiler Angina pectoris
  • dekompensierter bzw. schwerer Herzschwäche
  • unkontrollierten Herzrhythmusstörungen
  • einer kürzlich erfolgten Herz- oder Gefäßoperation

Nach einem unkomplizierten Herzinfarkt kann eine Flugreise unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach etwa 7 bis 10 Tagen möglich sein. Nach einem komplizierten Herzinfarkt kann dagegen eine Wartezeit von mehreren Wochen erforderlich sein. Wann du wieder fliegen darfst, sollte deshalb immer individuell ärztlich beurteilt werden.

2. Fliegen nach Schlaganfall und bei neurologischen Erkrankungen

Nach einem Schlaganfall braucht der Körper Zeit, um sich zu stabilisieren. Wie lange du mit einer Flugreise warten solltest, hängt unter anderem von der Schwere des Schlaganfalls, möglichen Folgeerscheinungen und deinem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Als Orientierung wird nach einem Schlaganfall häufig eine Wartezeit von mindestens zwei Wochen empfohlen. Bei einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) kann Fliegen unter Umständen bereits früher wieder möglich sein.

Ärztlich abklären solltest du eine Flugreise insbesondere bei:

  • einem kürzlich erlittenen Schlaganfall oder einer TIA
  • einer kürzlich erfolgten Gehirnoperation
  • erhöhtem Hirndruck
  • neu aufgetretenen oder nicht kontrollierten Krampfanfällen
  • anderen instabilen neurologischen Erkrankungen

Nach einem Krampfanfall sollte in der Regel mindestens 24 Stunden nicht geflogen werden. Bei unkontrollierter Epilepsie oder neu aufgetretenen Krampfanfällen ist vor dem Flug eine medizinische Abklärung erforderlich.

3. Fliegen bei Thrombose & Lungenembolie

Langes unbewegliches Sitzen erhöht das Risiko einer tiefen Venenthrombose. Das gilt nicht nur im Flugzeug, sondern generell bei längeren Reisen. Besonders relevant wird das Risiko bei Reisezeiten von mehr als vier Stunden.

Nach einer akuten tiefen Venenthrombose oder Lungenembolie solltest du deshalb nicht eigenständig entscheiden, wann du wieder fliegst. Der richtige Zeitpunkt hängt unter anderem von der Behandlung, deinem individuellen Thromboserisiko und deinem Gesundheitszustand ab.

Besonders wichtig ist eine ärztliche Einschätzung bei:

  • akuter oder kürzlich aufgetretener tiefer Venenthrombose
  • kürzlich erlittener Lungenembolie
  • vorausgegangenen Thrombosen
  • kürzlich erfolgter größerer Operation
  • weiteren ausgeprägten Thrombose-Risikofaktoren

Auch für gesunde Reisende gilt auf längeren Flügen: regelmäßig die Beine bewegen und zwischendurch aufstehen.

4. Fliegen mit Erkältung, Fieber oder ansteckenden Krankheiten

Eine leichte Erkältung bedeutet nicht automatisch, dass du nicht fliegen darfst. Problematisch können jedoch stark geschwollene Schleimhäute sein: Beim Start und vor allem bei der Landung kann der Druckausgleich in Ohren und Nasennebenhöhlen dann erschwert oder sogar unmöglich werden.

Bei einer akuten Mittelohr- oder schweren Nasennebenhöhlenentzündung solltest du deshalb ärztlich abklären, ob du fliegen kannst.

Besser nicht fliegen solltest du insbesondere bei:

  • hohem Fieber und stark beeinträchtigtem Allgemeinzustand
  • akuter Mittelohrentzündung
  • schwerer akuter Nasennebenhöhlenentzündung
  • bestimmten Verletzungen des Trommelfells
  • schwerer Lungenentzündung
  • aktiver ansteckender Tuberkulose
  • anderen hoch ansteckenden Erkrankungen (z.B. Windpocken, Röteln,...)

Bei ansteckenden Krankheiten kommt ein weiterer Aspekt hinzu: der Schutz der Mitreisenden. Je nach Erkrankung können deshalb bestimmte Zeiträume gelten, in denen eine Flugreise vermieden werden sollte.

5. Wann darf man nach einer Operation wieder fliegen?

Wann du nach einer Operation wieder fliegen kannst, hängt stark von der Art des Eingriffs und deinem Heilungsverlauf ab. Eine pauschale Wartezeit für alle Operationen gibt es nicht.

Ein wichtiger Grund dafür ist der niedrigere Kabinendruck: Im Körper eingeschlossene Gase können sich während des Fluges ausdehnen. Gleichzeitig können Blutverlust, eingeschränkte Beweglichkeit und die Operation selbst das Thromboserisiko erhöhen.

Als medizinische Orientierung gelten beispielsweise:

  • nach größeren Bauchoperationen: häufig mindestens etwa 10 Tage
  • nach einer Darmspiegelung mit eingebrachtem Gas: etwa 24 Stunden
  • nach laparoskopischen Eingriffen: je nach Eingriff und Verlauf mindestens etwa 24 Stunden oder länger
  • nach Gehirnoperationen: erst nach ärztlicher Freigabe
  • nach bestimmten Augenoperationen mit Gas im Auge: je nach verwendetem Gas mehrere Wochen

Gerade bei Augen- oder Gehirnoperationen können geringe Restmengen eingeschlossener Gase beim Fliegen gefährlich werden. Frage deshalb nach einer Operation ausdrücklich deine behandelnde Ärztin oder deinen Arzt, ab wann du wieder fliegen darfst.

6. Fliegen in der Schwangerschaft

Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft ist Fliegen grundsätzlich möglich. Entscheidend sind dein Gesundheitszustand, der Verlauf der Schwangerschaft und die Vorgaben der Fluggesellschaft.

Viele Airlines verlangen ab der 28. Schwangerschaftswoche eine ärztliche Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin und den komplikationslosen Verlauf der Schwangerschaft. Häufig ist bei einer Einlingsschwangerschaft nach der 36. Schwangerschaftswoche, bei Mehrlingsschwangerschaften bereits nach der 32. Schwangerschaftswoche keine Beförderung mehr vorgesehen. Die konkreten Grenzen unterscheiden sich jedoch je nach Airline.

Eine Flugreise solltest du insbesondere bei Schwangerschaftskomplikationen wie Blutungen, einer Plazenta praevia oder einem erhöhten Frühgeburtsrisiko vorher ärztlich abklären.

Da eine Schwangerschaft das Thromboserisiko erhöht, solltest du besonders auf längeren Flügen regelmäßig die Beine bewegen und zwischendurch aufstehen.

7. Wie lange darf man nach dem Tauchen nicht fliegen?

Nach dem Tauchen befindet sich noch gelöster Stickstoff im Körper. Sinkt der Umgebungsdruck zu schnell – beispielsweise beim anschließenden Flug –, können sich Gasblasen im Körper bilden und eine Dekompressionskrankheit auslösen.

Wie lange du zwischen dem letzten Tauchgang und deinem Flug warten solltest, hängt von deinen Tauchgängen ab.

Als Orientierung empfiehlt das Divers Alert Network (DAN):

  • ein einzelner Tauchgang ohne Dekompressionsstopp: mindestens 12 Stunden
  • mehrere Tauchgänge an einem Tag oder an mehreren Tagen: mindestens 18 Stunden
  • Tauchgänge mit erforderlichen Dekompressionsstopps: mindestens 24 Stunden bzw. entsprechend länger

Längere Oberflächenpausen reduzieren das Risiko zusätzlich. Bei Beschwerden nach einem Tauchgang solltest du nicht fliegen und medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

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